Preisträger 2006 ausgezeichnet
| Preisträger auf der automatica ausgezeichnet |
Walter-Reis-Innovationspreis - Sieger gekürt
19. Mai 2006, München - Auf der AUTOMATICA in München wurden die Sieger des „Walter Reis - Innovation Award for Robotics“ ausgezeichnet. Es handelt sich um den ersten europäischen Förderpreis für Entwicklungen im Bereich der Robotertechnik.
Walter Reis, der Firmengründer von Reis Robotics hat Anfang diesen Jahres den „Walter Reis Innovation Award for Robotics“ ausgeschrieben und sich dabei zum Ziel gesetzt, richtungsweisende, zukunftsträchtige Innovationen, faszinierende Neuentwicklungen in der Technologie der Robotertechnik zu forcieren und herausragende Arbeiten zu würdigen und durch Preise zu prämieren.
Vor allem in Deutschland ist großes Know-how in der Roboter- und Robotersteuerungsentwicklung vorhanden. Aufbauend auf diesem Potential will Walter Reis einen Anreiz schaffen, Entwicklungen auf dem Feld der Robotertechnik nach vorne zu treiben. Die Robotertechnik hat in den letzten Jahrzehnten im entscheidenden Maße dazu beigetragen, dass in den industriellen Fertigungsprozessen rationelle und kostengünstige Methoden eingeführt wurden und somit Arbeitsplätze auch in den europäischen Hochlohnländern erhalten werden konnten. Die Anwendungen von Robotern beschränkt sich heute nicht nur auf automatische industrielle Fertigung, sondern ist ebenso denkbar in Einsatzfeldern, bei denen der Werker durch Assistenzroboter unterstützt wird. Die Anforderungen der industriellen Roboternutzung steigen ständig und somit besteht auch zukünftig ein erheblicher Innovationsbedarf.
Walter Reis hat den Preis, der mit insgesamt 24000 Euro dotiert ist, für herausragende Entwicklungen in verschiedenen Themenfeldern international ausgeschrieben. Für die Mitarbeit in der Jury konnte Walter Reis sowohl Professoren, die an Forschungseinrichtungen bereits seit vielen Jahren in der Thematik Roboter arbeiten als auch führende Persönlichkeiten der Wirtschaft, die sich ebenfalls intensiv mit der Anwendung und Robotik im industriellen Fertigungsprozess beschäftigen, gewinnen. So ist Professor Rolf Dieter Schraft, Leiter des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart, Professor Dr. Friedrich Behr von der Thyssen-Krupp Steel AG Gruppe in Bochum, Hubert Waltl, Leiter der Sparte Werkzeugbau der Audi AG in Ingolstadt, Heinz-Dieter Schunk, Inhaber der Fa. Schunk GmbH in Lauffen zusammen mit Dr. Eberhard Kroth, dem Technischen Geschäftsführer von Reis Robotics in der Jury vertreten. Insgesamt kamen 20 Bewerbungen in die engere Wahl und wurden von der Jury bewertet.
Prämiert wurden Entwicklungen in drei Themenfeldern: Neue Anwendungen für Roboter in industriellen Fertigungsprozessen, Innovationen im Bereich Servicerobotik im industriellen Umfeld und Innovationen der Kinematik, der Steuerung und der Antriebstechnik für Roboter. In jedem der drei Themenbereiche wurden zwei Arbeiten prämiert. Der erste Preis wurde mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 € und der zweite Preis mit 3.000 € bedacht.
Den 1. Preis in der Kategorie „Neue Anwendungen für Roboter in industriellen Fertigungsprozessen“ erhielt Dipl.-Ing. Timo Schäfer vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart zum Thema "Roboshaping - Hämmernde Blechumformung mit Industrieroboter ohne Form". Die Idee wurde bis zur Herstellung erster Prototypen für den Automobilbau vorangetrieben. Das neue Verfahren ermöglicht bei minimalem Invest für Anlagentechnik durch Robotereinsatz und ohne zusätzliche Kosten für die Formherstellung die Produktion von Prototypen und Blechteilen kleiner Losgrößen innerhalb weniger Stunden. Die Geometriedaten der Blechteile werden automatisch aus den CAD-Daten generiert. Den 2. Preis in dieser Kategorie ging an Dipl. Ing. Wolfgang Echelmeyer vom Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaften an der Universität Bremen (BIBA) zum Thema "Entwicklung einer Roboterkinematik und von Steuerungsalgorithmen für ein System zur automatisierten Entladung von Stückgut aus Containern".
Im Themenfeld "Innovation im Bereich Servicerobotik im industriellen Umfeld" erhielt eine Innovation von Prof. Dr. Erwin Prassler von der Firma InMach Intelligente Maschinen GmbH aus Ulm zum Thema "RFID-basierte Fahrzeugsteuerung von mobilen Servicerobotern auf Smart Floor" den ersten Preis. Seine Arbeit behandelt die auf einer RFID-Technologie basierende Fahrzeugsteuerung für Serviceroboter und FTS. Das Konzept vermeidet die Schwächen bisheriger Lösungen und bietet eine hohe Flexibilität und Genauigkeit zu günstigen Kosten. Der zweite Preis ging an die Arbeit von Dipl. Ing. Ralf Becker vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart zum Thema "Robotergreifer, hergestellt direkt aus dem CAD mit generativem Fertigungsverfahren".
Im Themenfeld "Innovation der Kinematik, der Steuerung und der Antriebstechnik für Roboter" erhielt die Bewerbung der Firma AUDI AG Sparte Werkzeugbau aus Ingolstadt zum Thema "Virtuelle Inbetriebnahme - Schlüsseltechnologie für die mechatronische Betriebsmittelkonstruktion" von Michael Ehrenstraßer den ersten Preis. Der zweite Preis ging an Prof. Dr.-Ing. Hartmut Bruhm und Prof. Fischer von der FH Aschaffenburg. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Schnelle sensorgestützte Bahnführung von Industrierobotern für hochdynamische Anwendungen".
Bild: Jury-Mitglieder und Preisträger
